Vale Forever ist eine dieser Marken, die scheinbar aus dem Nichts überall auftauchen. Vor zwei Jahren kannte das Label in Deutschland kaum jemand, heute gehört es zu den meistgesuchten Streetwear-Namen im Land – und trotzdem findet man auf Deutsch praktisch nichts darüber. Dieser Artikel schließt die Lücke: Wer hinter der Marke steckt, was ihre Teile ausmacht, wie sie ausfallen und warum sie hierzulande so schwer zu bekommen sind.
Wer steckt hinter Vale Forever?
Vale – auf Instagram als Vale Lives Forever (@valelives) unterwegs, mit dem Adler als Erkennungszeichen – wurde 2014 von den beiden Designern 1stbrain und Dontnojess gegründet. Das Label kommt aus den USA und beschreibt sich auf der eigenen Seite als „viel mehr als eine Bekleidungsmarke, eher ein kreativer Ausbruch aus der Realität". Jeder Drop wird mit „Love, Vale Forever" unterschrieben – daher der Doppelname, unter dem die Marke im Netz kursiert: mal Vale, mal Vale Forever, mal Vale Lives.
Groß geworden ist Vale in der zweiten Hälfte der 2010er, als eine ganze Generation amerikanischer Labels aufhörte, Logos auf Standard-Shirts zu drucken, und stattdessen anfing, mit der Machart selbst zu arbeiten. Vale gehört bis heute zu den konsequentesten Vertretern dieser Richtung.
Die Designsprache: Americana, dann Applikation drauf
Die Handschrift lässt sich in einem Satz zusammenfassen: klassische amerikanische Silhouetten, aufgeladen mit schweren Drucken, Reißverschlüssen an ungewohnten Stellen und aufwendigen, teils bewusst zerstört wirkenden Applikationen. College-Sweats, Flannels, Rugby-Shirts, Football-Trikots, Waffel-Thermals – alles Kleidungsstücke, die man aus amerikanischen Umkleiden und Vereinsheimen kennt. Und dann kommt der Bruch: Glitzer-Applikationen, Chain-Grafiken, dicke Stickereien.
Genau dieser Widerspruch ist der Kern der Marke. Ein Rugby-Shirt sieht nach Sportplatz aus und verhält sich mit Applikation wie ein Schmuckstück. Der praktische Nebeneffekt: Man erkennt ein Vale-Teil auf zehn Meter, ohne dass ein Markenname lesbar wäre. Wer auffallen will, ohne als wandelnde Werbefläche unterwegs zu sein, ist hier richtig – das ist die Gegenposition zu Print-getriebenen Marken, bei denen der Schriftzug die halbe Arbeit macht.
Ein zweites Erkennungsmerkmal sind die Waschungen. Farbbezeichnungen wie „Dirty/Heather" oder „Vintage Black" stehen für ausgewaschene, absichtlich getragen wirkende Optiken. Zwei Exemplare desselben Hoodies sehen deshalb nie exakt identisch aus. Das ist gewollt und kein Produktionsfehler – ein Punkt, an dem sich regelmäßig Missverständnisse entzünden.
Die Flannels: das bekannteste Teil der Marke
Wenn man sich anschaut, wonach Leute in Verbindung mit Vale konkret suchen, führt ein Teil die Liste mit deutlichem Abstand an: das Flannel, also das karierte Hemd. Vale hat den Flannel-Klassiker früh zur eigenen Fläche gemacht – mit Spinnennetz-Motiven, flächigen Applikationen und Farbwegen, die mit dem braven Holzfäller-Hemd nichts mehr zu tun haben. Modelle wie Moonlight, Reborn oder die Lemon-Head-Ausführung tauchen bis heute regelmäßig auf dem Zweitmarkt auf.
Das erklärt auch die Preisniveaus, die man beim Suchen sieht: Flannels der Marke bewegen sich auf dem internationalen Zweitmarkt regelmäßig deutlich oberhalb der T-Shirt-Preise. Wer neu einsteigt, sollte wissen, dass Flannel und Tee bei Vale zwei völlig verschiedene Ligen sind – optisch wie preislich.
VALE STATE und die College-Linie
Die Kollektion, mit der die Marke bekannt wurde, heißt VALE STATE und referenziert amerikanischen College-Stil – Hoodies und T-Shirts im Uni-Look, wie man ihn von Campus-Shops kennt, nur eben mit der Vale-Behandlung. Diese Linie ist bis heute der rote Faden: Auch aktuelle Teile mit Namen wie Rushmore, Olympia oder Defensive Anchor greifen die Americana- und College-Referenz auf, statt beliebige Grafiken zu setzen.
Der Sport-Bezug ist echt: Kyrie Irving und ARKIVE
Zwei Details, die zeigen, dass die Sport-Ästhetik nicht nur Kostüm ist. Erstens: 2020 entstand ein Nike Player Exclusive rund um Kyrie Irving – also ein Spielerschuh, nicht bloß ein Instagram-Post. Vale hat über die Jahre eine ganze Reihe amerikanischer Athleten als Träger gewonnen, was für ein Label dieser Größe ungewöhnlich ist. Zweitens: Die Gründer betreiben mit ARKIVE ein zweites Label, das deutlich düsterer und Goth-lastiger angelegt ist. Wer die harten Grafiken bei Vale mag, findet dort die konsequentere Variante.
Warum die Marke in Deutschland so schwer zu bekommen ist
Vale verkauft überwiegend über eigene Drops in kleinen Auflagen. Eine reguläre stationäre Verfügbarkeit in Europa gibt es praktisch nicht. Wer hierzulande sucht, landet deshalb fast zwangsläufig bei einer dieser drei Optionen:
- Direktbestellung in den USA – funktioniert, kostet aber Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und im Retourenfall Rückversand über den Atlantik.
- Internationale Marktplätze – große Auswahl, dafür schwankende Preise, lange Laufzeiten und die Echtheitsfrage im Zweifel bei einem selbst.
- Deutsche Händler – die schnellste und steuerlich sauberste Variante, dafür ist die Auswahl kleiner.
Ein Nebeneffekt der Knappheit: Ausverkaufte Farbwege kommen in derselben Form meist nicht zurück. Wer ein bestimmtes Teil im Blick hat, sollte das einkalkulieren.
Wie fällt Vale Forever aus?
Grundsätzlich großzügig, wie die meiste aktuelle US-Streetwear. Besonders deutlich ist das bei den als „Big Tee" bezeichneten Shirts – die sitzen schon in der eigenen Größe spürbar weiter als ein europäisches Standard-Shirt. Rugby-Shirts und Trikots sind von der Vorlage her ebenfalls weit geschnitten. Wer einen normalen, nicht übergroßen Sitz möchte, liegt bei den Big Tees oft eine Nummer kleiner richtiger. Eine pauschale Empfehlung über alle Kategorien hinweg gibt es aber nicht – die Maßtabelle am jeweiligen Produkt ist immer verbindlicher als jede Faustregel.
Pflege: der Unterschied zwischen zwei und zehn Jahren
Bei Teilen mit Applikation oder schwerem Druck gilt eine einfache Regel: auf links, kalt, ohne Weichspüler, kein Trockner. Gerade bei den glänzenden Bling-Applikationen entscheidet das darüber, ob das Shirt nach zwei Jahren noch aussieht wie am ersten Tag oder ob die Applikation aufbricht. Ausgewaschene Farbwege verändern sich weiter – das ist Teil des Designs, lässt sich aber durch kaltes Waschen verlangsamen.
Fazit: für wen lohnt sich Vale Forever?
Für alle, die eine Marke mit klarer Handschrift suchen, die in Deutschland noch nicht an jeder Ecke hängt, und die bereit sind, für Verarbeitung und Applikationen mehr auszugeben als für ein Standard-Grafik-Tee. Wer nur ein Logo will, ist woanders günstiger bedient. Wer ein Teil will, das man erkennt, ohne den Namen lesen zu müssen, findet bei Vale genau das.
Unsere aktuelle Auswahl – Bling Tees, Big Tees, Zip-Ups, das Heritage Rugby und das Dreams Futball Jersey – steht in der Kollektion Vale Forever. Alle Teile liegen in Deutschland, werden vor dem Versand auf Echtheit geprüft und gehen versandkostenfrei raus. Wer sich breiter umsehen will, findet unter Streetwear Kleidung die übrigen Labels, und bei Sp5der oder Denim Tears die nächstliegenden Alternativen mit ähnlicher Preisklasse.



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